Die Zecke – Wissenswertes auf einen Blick

Die Zecke ( Ixodida ) gehört zur Klasse der Spinnentiere und bildet eine Überfamilie der Milben ( Acari ). Auf der ganzen Welt gibt es ca. 900 bekannte Zeckenarten, in Deutschland sind etwa 5 Zeckengattungen aktiv, dabei sind u.a. Dermacentor, Ixodes, Haemophysalis und Argas und 19 Zeckenarten.
Da Zecken die gefährlichen Borreliose-Bakterien sowie den FSME – Virus übertragen können, gehören sie zu der Klasse der ” gesundheitsgefährdenden ” Tiere.

Zecken-Larven besitzen sechs, die erwachsenen Zecken dagegen acht Beine. Sie ernähren sich gerne von Blut, können aber auch bis zu 18 Monaten ohne Nahrung überleben!
 

Die männlichen Vertreter sind kleiner als die weiblichen Zecken und besitzen eine fast schwarze bis schwarze Färbung. Weibliche Zecken sind allein von der Farbe her gut von den männlichen Zecken zu unterscheiden: Sie sind grau ( wenn sie viel Blut gesaugt haben ) bis kastanienbraun.

Der Lebenszyklus einer Zecke läuft folgendermaßen ab

Werden im Sommer die Eier einer erwachsenen Zecke abgelegt, so schlüpfen schon im Herbst die Larven. Auf die erste Suche nach einem Wirt und somit einer Blutmahlzeit gehen sie aber meist erst im nächsten Frühjahr. Die sich inzwischen gehäutete Nymphe braucht weiterhin Blut um zu wachsen und sich weiter zu häuten. Im nächsten Frühjahr ist sie dann ausgewachsen und kann sich vermehren. So beträgt ein kompletter Lebenszyklus einer Zecke zwischen 1, 5 und 3 Jahren ( manchmal auch länger ).

Der gemeine Holzbock ( Ixodes ricinus ) ist überall auf der Welt anzutreffen, meist jedoch in Europa. Bei der Auswahl seiner Wirte ist er nicht besonders wählerisch – vom Vogel über den Hund bis zum Menschen ist ihm alles recht. Sein Speichel hat schmerzlindernde Eigenschaften und wirkt gerinnungshemmend auf das Blut. Bei seinen Mahlzeiten lässt er sich übrigens gerne sehr viel Zeit nicht!

Zecken – Fragen und Antworten

 

Sind Zecken nur im Wald und auf den Wiesen?

Zecken lieben Feuchtigkeit – sie “trinken” nicht, sondern nehmen die Feuchtigkeit über ihre Körperoberfläche auf. Deshalb sind sie bevorzugt im Wald, am Waldesrand, in Laub-und Mischwäldern mit dichtem Unterholz sowie an Wegrändern und Lichtungen anzutreffen. Aber auch auf Wiesen und in Parkanlagen fühlen sie sich wohl.

Wo ist die Zeckengefahr eher gering?

Überall dort, wo es trocken ist – in Wäldern mit geringem Unterwuchs und wenig Humusbildung, auf intensiv genutzten Feldern sowie Weiden ohne Hecken ( mehr Wind -> mehr Austrocknung -> weniger Feuchtigkeit ).
Auch in Gegenden, die über 1600 m liegen, ist die Gefahr eines Zeckenbefalls eher gering.

Fallen Zecken von den Bäumen herunter?

Nein! Zecken fallen niemals von Bäumen herunter, sie leben nicht auf den Bäumen! Zecken befinden sich maximal in “Beinhöhe” eines erwachsenen Menschen. Die Larven befinden sich meist in einer Höhe von 10 – 20 cm, Nymphen schaffen es schon bis zu 50 cm Höhe und die adulten Zecken können einen Abstand vom Boden von bis zu 1 m erreichen.

Kann mich auch im Winter eine Zecke stechen?

Die Gefahr, sich im Winter einen Zeckenstich zu holen, ist eher gleich null, denn Zecken bevorzugen eine Mindesttemperatur des Bodens – und die liegt bei ca. 5 – 9 °C.

In welcher Zeit sind die Zecken sehr aktiv?

In den Monaten März bis Juni und von August bis Oktober haben die Zecken ihre aktiven Zeiten.

Welche jahreszeitlichen Extreme fördern die Vermehrung von Zecken?

Warme und feuchte Winter sowie viel Regen im Sommer fördern die Vermehrung der Zecken.
Lange und eisige Winter sowie sehr heiße Sommer dagegen lassen die Larven und Eier der Zecken absterben.

Gibt es eine Tageszeit, bei der die Zeckenaktivitäten geringer sind?

Ja! Die pralle Mittagssonne mögen Zecken ganz und gar nicht – hier ist die Gefahr eines Zeckenstiches eher gering ( leider trotzdem nicht ganz auszuschließen ). In den frühen Morgenstunden ( Tau -> Feuchtigkeit ) sowie in den späten Abendstunden sind die Blutsauger aktiver.

Warum werde immer ich und nicht mein Partner von einer Zecke gestochen?

Das kann u.a. an ihrem persönlichen Geruch sowie eventueller bunter Kleidung liegen. Zecken reagieren auch auf Buttersäure ( Schweiß ) und mechanische Reize.

Wie erreicht die Zecke meinen Körper?

Das Opfer wird entweder durch schnelles “Überkrabbeln” oder durch Abstreifen ( meist durch die Beine ) erreicht.

Welche Körperstellen mag die Zecke ganz besonders?

Zecken lieben Körperstellen, die warm, feucht und gut durchblutet sind: am Haaransatz, unter den Achseln, in der Leistengegend, aber auch in Bereichen der Ohren oder am Lidrand des Auges sind sie zu finden.

Was kann ich tun, damit mich keine Zecke erwischt?

Bei Wanderungen durch den Wald oder auf Wiesen sorgen Sie dafür, dass Ihr Körper ( am Besten komplett ) bedeckt ist. Bevorzugen Sie festes Gewebe der Kleidungsstücke. Ziehen Sie geschlossene Schuhe an und ziehen Sie notfalls die Socken über die Hosenbeine ( sieht nicht schick aus, schützt aber wunderbar ). Verzichten Sie auch auf starke Duftstoffe!

Gibt es spezielle Repellents gegen Zecken?

Ja! Sehr gut sind z.B. Autan Family Zeckenschutz Spray – auch AUTAN Protection Plus Zeckenschutz Pumpspray wirkt bis zu 4 Stunden vor Zeckenstichen.
Das Repellent Nobite kann ab dem 10. Lebensjahr angewendet werden und wird auch sehr gerne für Tropenreisen genutzt!!

Was bedeutet eigentlich FSME?

Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningo-Encephalitis.
Die FSME ist eine Viruserkrankung und geht u.a. mit den Begleitsymptomen einer Erkältung einher ( Fieber, allgemeines Unwohlsein, Gliederschmerzen etc. ) – diese Symptome bilden sich allerdings nach ein paar Tagen wieder zurück. Bleibt die FSME unerkannt, kann es zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute kommen. Dies kann zu starken Kopfschmerzen und Erbrechen, Lähmungserscheinungen und sogar zum Koma führen.
FSME kann man nicht behandeln – nur eine Impfung schützt vor der Erkrankung. Ein sehr gutes Buch über Zecken liefert weitere Informationen zum Thema.

Und was ist eine Borreliose?

Die auch als Lyme-Borreliose bezeichnete Erkrankung wird durch Bakterien hervorgerufen. Leider kann jedes Körperorgan befallen werden, auch das Nervensystem oder die Gelenke. Da die eigentliche Feststellung einer Borreliose häufig eine sehr lange Angelegenheit ist, sollte man bei den ersten Anzeichen einer möglichen Erkrankung mit der Borreliose einen Arzt aufsuchen!!!

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